Aberglaube

Freitag der 13. – Nichts für Südeuropäer

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Am 13. September ist es wieder soweit: Das Datum fällt auf einen Freitag. Eine Katastrophe für abergläubische Menschen - zumindest in Deutschland. Freitags passieren statistisch die meisten Verkehrsunfälle. Zufall?

Berlin/Wiesbaden. Am morgigen Freitag, den 13. September ist es wieder soweit: Der Tag ist für abergläubische Menschen in Deutschland ein Unglückstag, vor dem sie sich fürchten. Die meisten Südeuropäer bleiben dagegen entspannt – zumindest am Freitag den 13. Denn das Unglücksdatum, das neben Deutschland auch in den USA oder England existiert, fällt in Italien, Griechenland oder Spanien auf einen anderen Tag. Auf der iberischen Halbinsel, aber auch in lateinamerikanischen Ländern, ist es Dienstag der 13., an dem einen das Unglück vermeintlich verfolgt.

Ein spanisches Sprichwort besagt: „Am Dienstag den 13. sollst du nicht heiraten und nicht verreisen“. Der 13. ist, wie auch in Deutschland, negativ besetzt: In der Bibel werden 12 Apostel genannt, beim letzten Abendmahl saßen zusammen mit Jesus aber 13 Personen am Tisch – darunter der Verräter Judas. Der Dienstag, auf spanisch „Martes“, geht dabei auf den Kriegsgott Mars zurück und wird deswegen mit Gewalt und Blutvergießen in Verbindung gebracht. Auch in Griechenland gilt Dienstag der 13. als Pechtag.

In Italien ist es zwar wie auch in Deutschland ein Freitag, der die Standesämter für 24 Stunden weitgehend arbeitslos macht. Allerdings nur, wenn er auf den 17. des Monats trifft. Der Freitag ist der Wochentag, an dem Jesus gekreuzigt wurde. Die Zahl „Siebzehn“ wiederum wird im Römischen Zahlensystem XVII geschrieben. Umgestellt zum lateinischen Wort VIXI bedeutet das „Ich habe gelebt“ – also: „Ich bin tot“. Wenn das kein schlechtes Omen ist.

Freitags passieren die meisten Verkehrsunfälle

In Deutschland passieren freitags die meisten Verkehrsunfälle – fällt der Tag auf den 13. eines Monats, scheppert es aber nicht häufiger als an normalen Freitagen. „Die Zahl der Unfälle ist am Freitag, dem 13., definitiv nicht höher als an anderen Freitagen auch“, berichtet Gerhard Kraski vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre kam es freitags im Straßenverkehr pro Jahr zu mehr als 50.000 Unfällen mit Personenschäden. Durchschnittlich liegt diese Unfallzahl an den anderen Wochentagen nur bei etwa 43.600.

Der Grund für die erhöhte Zahl am Freitag sei das erhöhte Verkehrsaufkommen, sagt Kraski. „Familien starten ins Wochenende, viele Berufspendler fahren am Freitagabend nach Hause.“ Dementsprechend kracht es im Schnitt am häufigsten zwischen 16 und 18 Uhr. Hauptunfallmonat 2012 war der Mai, gefolgt von den Sommermonaten August, Juli und Juni.

An Freitagen des Jahres 2012 kam es den Statistikern zufolge zu 50.295 Unfällen mit Personenschäden. Insgesamt wurden 10.460 Menschen schwer verletzt, 503 starben dabei. Überraschend: Obwohl am Wochenende durchschnittlich wesentlich weniger Unfälle passierten als am Freitag, war die Zahl der Verkehrstoten am Sonnabend (552) und Sonntag (531) deutlich höher.

( (dpa) )