Zusammenstoß

Unfall in Venedig: Gondoliere stand unter Drogen

Nach dem Unglück in Venedig, bei dem ein deutscher Juraprofessor vor den Augen seiner Familie umkam, zeigen Untersuchungen, dass der am Unfall beteiligte Gondoliere Drogen konsumiert hatte.

Venedig. Der in den tödlichen Unfall auf dem Canal Grande in Venedig verwickelte Gondoliere stand offensichtlich unter Drogen. Urin- und Blutproben belegten, dass der 25-Jährige vor dem Unglück Kokain und Haschisch konsumiert habe, berichteten italienische Medien unter Berufung auf die Polizei. Die Drogen habe er wohl in der Nacht oder am frühen Morgen vor dem Unfall genommen, hieß es. Am Sonnabend vor einer Woche war der 50-jährige Juraprofessor nahe der weltbekannten Rialto-Brücke ums Leben gekommen, als die Gondel, in der er und seine Familie saßen, von einem Wasserbus gerammt wurde.

Der Familienvater und der Gondoliere stürzten ins Wasser, dann wurde der Mann zwischen der Fähre und einem Pier zerdrückt. Während des Zusammenpralls waren bei dichtem Verkehr insgesamt vier Wasserbusse gerade dabei, unweit der Brücke an- oder abzulegen.

Das Unfallopfer soll nach italienischen Berichten an diesem Montag nach Deutschland übergeführt werden, seine Beisetzung dann am Freitag in Tübingen sein – in Anwesenheit einer Delegation der Gondelfahrer.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung hatten sich zunächst auf den direkt beteiligten Wasserbus-Fahrer konzentriert. Der Kapitän hatte angegeben, er habe die Kontrolle über sein Schiff verloren, als er versuchte, Gondeln und Wassertaxis an der Rialto-Brücke auszuweichen. Insgesamt wird gegen vier Personen ermittelt, auch gegen zwei weitere Vaporetto-Fahrer.

( (dpa) )