Prozess

Mann ins Gefängnis: Ehefrau mit Schrotflinte erschossen

Der Tod seiner Frau sei ein tragischer Unfall gewesen, hat ein 55 Jahre alter Mann behauptet. Doch das Landgericht Coburg sieht das anders und schickt den Täter hinter Gitter.

Coburg. Weil er seine Frau mit einer Schrotflinte erschossen hat, ist ein Mann aus Coburg zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Coburg sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Gastronom seine Frau, die nach München umziehen wollte, vorsätzlich umgebracht hat.

Der 55-Jährige hatte zum Prozessauftakt im Juli von einem tragischen Unglück gesprochen: Er habe im Oktober 2012 mit dem Schrotgewehr Ratten jagen wollen, sei über den Hund gestolpert und habe versehentlich auf seine Frau gezielt. Anschließend habe er die Waffe gegen sich selbst gerichtet und sich verletzt. Er habe gar keinen Grund gehabt, seine Frau zu töten.

Das Gericht hörte zu dieser Version mehrere Sachverständige an, außerdem gab es eine Tatortbegehung. Dabei sei deutlich geworden, dass die Schilderungen des Angeklagten nicht den Tatsachen entsprächen, sagte der Vorsitzende Richter Gerhard Amend.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von zwölf Jahren und sechs Monaten wegen Totschlags gefordert. Die Verteidigung hatte auf fahrlässige Tötung plädiert. Anwalt Hans-Heinrich Eidt kündigte an, Revision einzulegen.