Italien

Polizei rechnet mit noch mehr Opfern bei Busunglück

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38 Menschen starben, darunter der Fahrer. Bundeskanzlerin Merkel spricht von einer Tragödie für Italien. Die Strecke zwischen Neapel und Amalfi ist berüchtigt.

Rom/Avellino. Es war das tragische Ende eines Sommerausflugs in Kampanien zwischen Neapel und der Küste von Amalfi: Bei einem verheerenden Busunglück in Süditalien sind mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zehn weitere wurden verletzt, wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete. Der Reisebus mit 49 Passagieren hatte am Sonntag auf der Autobahn bei Avellino unweit von Neapel mehrere Autos gerammt, dann die Leitplanke einer Brücke durchbrochen und war 30 Meter tief in eine Schlucht gestürzt.

Der Unfallort auf einer abschüssigen Strecke in der Nähe der Stadt Monteforte Irpino glich einer Schrotthalde. Mit Sägen zerlegten Rettungskräfte das völlig demolierte Wrack, um zu den Opfern vorzudringen. Zwischendurch hielten die Helfer immer wieder inne, um mögliche Hilferufe eingeklemmter Überlebender hören zu können.

Feuerwehrleute zogen bis zum Mittag 37 Leichen aus den Trümmern. Laut Ansa und dem staatlichen Rundfunk wurden die meisten Toten im Buswrack entdeckt, ein Opfer erlag später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Unter den Toten sei auch der Fahrer des Unglücksbusses, meldete der Staatsrundfunk unter Berufung auf den örtlichen Polizeichef. Mindestens zehn Menschen, darunter fünf Kinder, wurden am Montag stationär behandelt.

In dem Unglücksbus saßen Wochenendurlauber aus der Region Neapel, die am Wochenende einen Kurort und das Geburtshaus eines verstorbenen Mönchs besucht hatten, wie ein Hotelmanager sagte. Auf der abschüssigen Strecke verlor der Fahrer jedoch die Kontrolle und raste in andere Autos, wie ein Augenzeuge der Zeitung „Il Mattino“ sagte. Dann sei der Bus in die Dutzende Meter tiefe Schlucht gestürzt. Allerdings sei er mit „normaler“ Geschwindigkeit gefahren.

Weitere Augenzeugen hätten von einem Knall berichtet, als ob der Reifen des Busses geplatzt sei, sagte ein Reporter dem Sender Sky TG24 TV. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen zur Unfallursache ein. Sie ordnete zudem eine Autopsie des Fahrers an. Das demolierte Bus wurde inzwischen abgeschleppt um möglichen technischen Problemen nachzugehen.

Möglicherweise könnte die Opferzahl noch weiter steigen. Am Montag suchten Angehörige der Opfer eine behelfsmäßig als Leichenhalle eingerichtete Schule auf, um die Toten zu identifizieren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat erschüttert auf das schwere Busunglück reagiert und die Anteilnahme Deutschlands übermittelt. „Der Verlust so vieler Menschenleben ist eine Tragödie“, schrieb Merkel an den italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta. „Den Angehörigen der Opfer möchte ich auf diesem Weg unser tief empfundenes Beileid und den Verletzten unsere besten Wünsche für eine rasche und vollständige Genesung übermitteln.“

( (AP/HA) )