Grill-Wettbewerb

Die Grillzange ist sein Zepter: Bester Brutzler gesucht

Wer das Gemüse versaut, ist ein armes Würstchen und fällt durch den Rost: Deutschland sucht in Göppingen den Grill-König. 31 Teams aus ganz Deutschland brutzeln mit 1,5 Tonnen Fleisch um die Wette.

Göppingen. Im rosafarbenen Tüllkleid samt blonder Zopfperücke ist Carsten Kühl vom Profi-Grillteam „Barbie Q“ eine Hingucker bei den 18. Deutschen Grillmeisterschaften. „Ich habe eine Wette verloren“, erklärt er lachend. Die Herausforderung, in diesem Outfit den Besuchern im Göppinger Stauferpark am Sonntag Rede und Antwort zu stehen, nimmt er mit Humor.

31 Teams aus ganz Deutschland brutzeln bei der Veranstaltung der German Barbecue Association (GBA) um die Wette. Die 19 Profi- und 12 Amateurteams müssen eine gut 90-köpfige Jury mit ihren Menüs überzeugen. Insgesamt 1,5 Tonnen Fleisch haben sie zur Verfügung, dazu zentnerweise Gemüse. Auch die Desserts müssen vor dem Servieren über das Feuer gehen.

Der Duft von Holzkohlefeuer und geröstetem Fleisch liegt schon am Vormittag über dem Wettbewerbsgelände. Einige kühle Schauer bremsen die Grillfreude am Nachmittag.

Die bis zu acht Griller in jedem Team müssen ihre Gerichte den Regeln zufolge zwar aus vorgegebenen Hauptzutaten wie Bratwurst oder Rippchen zubereiten, der Kreativität ist dabei aber kaum eine Grenze gesetzt. Die „Frankengriller“ aus dem bayrischen Geldersheim etwa grillen zum Auftakt ein Cordon bleu von der Bratwurst, während die „Moonshine Smokers“ aus Feldkirchen-Westerham (Bayern) Wurstkrönchen an Smokersalat kredenzen.

Viel Arbeit bedeutet der Wettbewerb auch für die Tester: Jedes Jurymitglied muss ein gutes Dutzend Proben kosten. Wehklagen sind dabei kaum zu hören: „Da sind sehr gute Sachen dabei“, schwärmt Ralf Lohrmann aus Geislingen, der erstmals als Juror an der Meisterschaft teilnimmt. Als schon erfahrene Jurorin ist Heike Scheil aus Leipzig nach Baden-Württemberg gereist. „Mir hat es durchweg gut bis sehr gut geschmeckt“, lautet ihr Fazit nach zehn blindverkosteten Proben.

Auch Tausende Besucher können sich im Stauferpark vom Talent der Hobby- und Profigriller überzeugen und Tipps abholen. „Einfach super“, findet Tim Maier ein Gericht von der Hohen Rippe. „Ich bin leidenschaftlicher Griller und suche hier nach Anregungen für zu Hause“, sagt der Ulmer.

Die Zeiten von Papptellern und Plastikbesteck scheinen in der Grillszene vorbei zu sein: An den Ständen der Teams warten Gastesser an festlich gedeckten Tischen auf liebevoll angerichtete Speisen. Und auch sonst geben sich die Teams alle Mühe, um aufzufallen. Neben Carsten Kühl im Barbie-Look haben zum Beispiel die „Wild Hogs“ (Wilde Schweine) aus Hamminkeln in Nordrhein-Westfalen ihren Stand in einen detailgetreuen Stall verwandelt.