Nach Feuer von Backnang schwere Vorwürfe gegen Behörden

Backnang. Die Ermittlungen der Brandkatastrophe von Backnang konzentrieren sich jetzt auf die Elektrik der Wohnung, in der am Sonntag früh eine türkischstämmige Mutter und sieben ihrer Kinder ums Leben kamen. Entgegen ersten Annahmen sei doch nicht der Holzofen Auslöser des Infernos gewesen, sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Angehörige der Opfer machten dem Vermieter der Wohnung und den Behörden schwere Vorwürfe. Die elektrischen Leitungen in der Wohnung, die im Gebäude einer ehemaligen Lederfabrik untergebracht ist, seien total marode gewesen, sagte die Großmutter der getöteten Kinder in der Backnanger Moschee. Der Vermieter habe sich aber nicht darum gekümmert. Wegen der schlechten Wohnverhältnisse habe sich die 40-jährige Mutter der Kinder mehrfach an deutsche Behörden gewandt, erklärten weitere Familienmitglieder. Das Jugendamt sei auch mehrfach in der Wohnung gewesen. Ein Polizeisprecher erklärte, der Vermieter werde im Zuge der Ermittlungen der Brandursache ebenfalls vernommen.

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül hat eine vollständige Aufklärung der Brandkatastrophe gefordert. "Leider gab es in der Vergangenheit Feuer, Brandstiftungen, Morde an unseren Bürgern. Deswegen prüfen wir alle Eventualitäten", sagte Gül nach Angaben türkischer Medien. "Jetzt schon etwas zu sagen, wäre nicht richtig", betonte Gül zugleich. Die Türkei werde der Sache auf den Grund gehen.