Großrazzia gegen Pädophile in sozialem Netzwerk

Frankfurt am Main. Bei einer bundesweiten Razzia gegen Pädophile haben Fahnder 40 Wohnungen durchsucht und mehr als 200 Computer, Speichermedien und Handys sichergestellt. Mehr als 40 Männern aus mehreren Bundesländern wird sexueller Missbrauch von Kindern und der Besitz kinderpornografischer Schriften vorgeworfen, teilten Justiz- und Innenministerium Hessens mit. Schwerpunkt sei mit 18 Verfahren Nordrhein-Westfalen.

Die Beschuldigten sind zwischen 20 und 72 Jahre alt. Sie sollen im September 2012 im Internet-Chat eines sozialen Netzwerks Kontakt zu Kindern gesucht und sexuelle Handlungen vor der Webcam vorgenommen haben. Ihnen wird vorgeworfen, die Minderjährigen auch aufgefordert zu haben, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Ein Mann aus Vorpommern sitzt in Untersuchungshaft. Die anderen Beschuldigten sind wieder auf freiem Fuß.

Die mutmaßlichen Täter hatten zu ihren Opfern ausschließlich über das Internet Kontakt. Ob sich die Beschuldigen kannten, war zunächst unklar. Das namentlich nicht genannte soziale Netzwerk werde hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen genutzt. Die Täter sind meist ältere, fremde Männer, die sich in Chats oder sozialen Netzwerken gegenüber Kindern und Jugendlichen als gleichaltrig ausgeben, um sich so ihr Vertrauen zu erschleichen und später sexuelle Handlungen an oder vor ihnen zu begehen.

( (dpa) )