Pferdefleisch: Erste Verdachtsfälle in Deutschland

Düsseldorf. Im Pferdefleisch-Skandal sind erste Verdachtsfälle in Deutschland aufgetaucht. Das Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe untersucht zurzeit drei Proben aus verdächtiger tiefgefrorener Lasagne. Nach dem Auftauen isolieren die Experten die DNA der Lebensmittel. Das dauert nach deren Auskunft ein bis zwei Tage. Dann können die Experten feststellen, ob auch Pferdefleisch in den Lebensmitteln ist.

Den Hinweis bekam das Bundesverbraucherministerium über das europäische Schnellwarnsystem. In dem Verdachtsfall ergebe sich aus der Auswertung der Lieferlisten, dass über einen Zwischenhändler verdächtige Produkte in größerem Umfang nach Deutschland geliefert worden seien.

"Die Lieferungen betreffen nicht nur Discounter und Lebensmittelketten, sondern auch andere Lebensmittelunternehmen, die mit Tiefkühlprodukten handeln", sagte der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne).

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) nannte den Pferdefleischskandal einen "krassen und schlimmen Fall von Verbrauchertäuschung", wenngleich der Verzehr von Pferdefleisch nicht gefährlich sei. Aber wenn Rindfleisch draufstehe, "muss auch Rindfleisch drin sein", sagte Aigner. Sie könne nicht ausschließen, dass außer Nordrhein-Westfalen noch weitere Bundesländer betroffen seien.