Ärztepfusch: Millionen Schadenersatz für behinderten Jungen

Bonn. Für gravierende Ärztefehler hat das Bonner Landgericht einem fünfjährigen schwer behinderten Jungen den Anspruch auf Schadenersatz in Millionenhöhe bescheinigt. Das Gericht bestätigte am Dienstag, dass es eine Klinik im Bonner Raum und zwei Klinikärzte zur Zahlung von 400.000 Euro Schmerzensgeld an den Jungen verurteilt habe sowie zur Haftung für sämtliche Schäden, die durch die Behinderung im Lauf seines Lebens entstehen. Nach Angaben der Bonner Kammer ist der Schaden noch nicht genau bezifferbar, geht aber in die Millionen.

Laut Urteil hatten die Ärzte bei der Geburt des Kindes der Mutter ein Wehenbeschleunigungsmittel verabreicht, das in keinem Fall hätte gegeben werden dürfen. Es habe den gefährlichen Abfall der Herztöne des Ungeborenen ausgelöst. Dann hätten die Ärzte auch noch zu lange gezögert, bis sie eine Notoperation einleiteten. Durch diese Behandlungsfehler habe das Kind zu lange keinen Sauerstoff bekommen und einen irreparablen Hirnschaden erlitten. Der Junge ist dadurch körperlich und geistig behindert.