Zehn Menschen sterben bei Schneesturm

Washington/New York. Die US-Ostküste hat Schneesturm "Nemo" glimpflicher überstanden als erwartet. Allerdings kostete der Blizzard nach Medienberichten zehn Menschen das Leben. Mehr als 650.000 Haushalte und Betriebe waren zeitweise ohne Strom - und viele Einwohner bei eisigen Temperaturen auch ohne Heizung. Mehr als 5000 Flüge und nahezu alle Zug- und Busverbindungen mussten gestrichen werden. Auf Autobahnen und Straßen ging wegen des wirbelnden Schnees zeitweise nichts mehr. Nach dem Durchzug von "Nemo" nutzten zahlreiche Menschen die dicke Schneedecke zum Skifahren und Rodeln, zum Beispiel im Central Park in New York.

Der Blizzard hatte am Sonnabend Geschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde erreicht, bevor er auf den Ozean hinauszog. Für fünf Nordoststaaten hatten die Behörden den Ausnahmezustand ausgerufen, 5000 Nationalgardisten waren alarmiert, Tausende Räumtrupps rückten aus. Dennoch: Die schlimmsten Vorhersagen trafen nicht ein, auch wenn Sturm und Stromausfälle auch Gebiete trafen, die bereits vor drei Monaten vom Hurrikan "Sandy" verwüstet worden waren. Einige Küstenregionen in Massachusetts mussten wegen Überschwemmungen evakuiert werden. Metropolen wie Boston und New York kamen glimpflich davon.

Unter den insgesamt zehn Toten sind auch ein elfjähriger Junge und ein 20-jähriger Mann. Sie starben in Boston an Kohlenmonoxidvergiftungen, weil sie sich in Autos wärmen wollten, deren Auspuffe mit Schnee verstopft waren. Bei Autounfällen auf eisglatten Straßen kamen in New Hampshire, Connecticut und New York drei Menschen ums Leben. In Danbury in Connecticut rutschte ein Mann auf seiner verschneiten Veranda aus und wurde tot gefunden. Im Bundesstaat New York verunglückte ein Mann tödlich bei einem Unfall mit seiner Räummaschine. Zwei weitere Menschen in Connecticut starben ebenfalls beim Schneeräumen, ein Mann wurde tot unter einem Schneehaufen vor seinem Haus gefunden.

Vor allem in den Städten normalisierte sich das Leben relativ rasch. Schon am Sonnabend zeigte sich vielerorts wieder die Sonne. Flughäfen nahmen den Betrieb wieder auf, auch von Frankfurt am Main starteten nach Flugausfällen wieder Maschinen in Richtung Osten der USA.