Geliebte des ehemaligen VW-Betriebsratschefs vor Gericht

Braunschweig. Vor einem Jahr schien die juristische Aufarbeitung der VW-Affäre beendet. Doch nun gibt es von Dienstag an vor dem Braunschweiger Landgericht einen Nachklapp: Die einstige Geliebte des ehemaligen Betriebsratschefs Klaus Volkert muss sich erneut wegen Beihilfe zur Untreue in 26 Fällen verantworten. Nachdem das Amtsgericht Wolfsburg Adriana Barros freigesprochen hatte, legte die Staatsanwaltschaft Braunschweig Berufung ein. Als Zeuge ist auch der ehemalige VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz geladen. Die Angeklagte muss nicht persönlich vor Gericht erscheinen.

Die aus Brasilien stammende 48 Jahre alte Barros soll laut Anklage mit Scheinrechnungen in elf Fällen rund 250.000 Euro ohne Gegenleistung kassiert haben. Außerdem soll sie in 15 weiteren Fällen ausschließlich privat veranlasste Kosten für Flüge, Hotelaufenthalte und Sprachkurse in Höhe von insgesamt rund 100.000 Euro zulasten von VW abgerechnet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie wusste, dass sie darauf keinen Anspruch hatte.

Peter Hartz musste im Zuge der Affäre seinen Hut als VW-Arbeitsdirektor nehmen. Er wurde 2007 wegen Untreue in 44 Fällen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von rund 576.000 Euro verurteilt. Gut ein Jahr später wurde Klaus Volkert zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Er war der einzige von anfangs 14 Beschuldigten, der ins Gefängnis musste.