"Bunga-Bunga-Prozess" wird fortgesetzt - Niederlage für Berlusconi

Rom. Der Sex-Prozess gegen den früheren italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi, 76, wird auch während des Wahlkampfes fortgesetzt. Ein Gericht in Mailand wies damit die Forderung seiner Anwälte zurück, das Verfahren bis zur Parlamentswahl Ende Februar zu unterbrechen. Die Anwälte hatten ihren Antrag damit begründet, dass seine Mitte-Rechts-Koalition sonst mit Nachteilen rechnen müsse. Das Urteil im "Bunga-Bunga-Prozess" wird vorher erwartet.

Das Partygirl Ruby, 20, das im Mittelpunkt des Prozesses steht, war diesmal vor Gericht erschienen. Die gebürtige Marokkanerin war Anfang 2010 auf Berlusconis Festen in seiner Villa Arcore bei Mailand. Dort soll er bezahlten Sex mit ihr gehabt haben, als sie noch minderjährig war. Beide bestreiten das. Die Anklage lautet auf illegalen Sex mit minderjährigen Prostituierten sowie Amtsmissbrauch.