Marwa El-Sherbini-Prozess

Verteidiger hat Revision im Fall Alex W. eingelegt

Der Anwalt des wegen Mordes an der Ägypterin Marwa El- Sherbini zur Höchststrafe verurteilte Alex W. hat das Urteil angefochten.

Dresden. Der Anwalt des wegen Mordes an der Ägypterin Marwa El- Sherbini zur Höchststrafe verurteilte Russlanddeutsche Alex W. hat das Urteil angefochten. Ausführlich begründen wolle Verteidiger Michael Sturm die Revision jedoch erst nach Vorlage des schriftlichen Urteils, für das die Kammer nach dem Gesetz sieben Wochen Zeit habe. Danach entscheide er gemeinsam mit dem Mandanten, ob die Revision begründet oder wieder zurückgezogen werde.

Alex W. war am Mittwoch wegen Mordes an der 31-jährigen Ägypterin sowie versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung an deren Ehemann zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer hatte zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt, womit eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen ist. Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hatten diese Höchststrafe gefordert. Die Verteidigung wollte eine Verurteilung wegen Totschlags im Affekt erreichen. Der arbeitslose Spätaussiedler hatte die Attacke schriftlich gestanden, vor Gericht aber weder Reue noch Bedauern gezeigt und geschwiegen.

Bis zur Rechtskraft des Urteils bleibe Alex W., der nach Angaben des Gutachters seit Jahren latent suizidgefährdet sei, in Untersuchungshaft, sagte Bartel. Zum Schutz vor Mithäftlingen werde er in absoluter Isolation gehalten und rund um die Uhr bewacht, könne aber mehr Besuch als andere Häftlinge erhalten. Alex W., der einen Tag nach der Verurteilung 29 Jahre alt wurde, sei bisher ausschließlich von seiner Mutter besucht worden.

Am Dresdner Landgericht herrschte nach gut zwei Wochen strengster Sicherheitsvorkehrungen wieder Normalität. „Es finden Verhandlungen statt“, sagte Gerichtssprecher Peter Kieß der dpa. Die nach der Bluttat installierten Sicherheitskontrollen gelten weiter für Besucher, die Absperrungen indes wurden bereits abgebaut. Während der elf Verhandlungstage hatten rund 200 Polizisten, darunter auch Scharfschützen, das Gerichtsgebäude bewacht und täglich nach Sprengstoff durchsucht.