Tsunami blieb aus - aber Sturmnotstand an US-Ostküste

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Heute wird Hurrikan "Sandy" erwartet. Lufthansa streicht Flüge nach New York

Washington. Während die Bewohner der nordamerikanischen Westküste nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami-Alarm rasch wieder aufatmen konnten, wurde an der Ostküste offiziell der Notstand ausgerufen. Hurrikan "Sandy", der schwere Verwüstungen und fast 60 Todesopfer in der Karibik hinterließ, soll heute zwischen Washington und Boston auf die Küste aufschlagen. Wetterexperten warnten vor einem Jahrhundertsturm.

"Wenn man Bäume hat, die noch Blätter tragen, und dieser Wind und Regen daraufkommen, kippen diese Bäume um, und die Stromversorgung fällt aus", sagte CNN-Meteorologe Rob Marciano. "Zudem gibt es eine verheerende Überschwemmung." Experten fürchten, dass sich der Schaden allein durch den Wind auf mehr als drei Milliarden Dollar belaufen könnte.

Befürchtet wird, dass der Hurrikan im Nordosten der USA auf einen Wintersturm stößt. Diese Kombination - in Anlehnung an das von der Filmfigur Frankenstein erschaffene Monster auch "Frankenstorm" genannt - könne im schwersten Unwetter seit 1991 münden. Damals führte Hurrikan "Bob" an der US-Ostküste von South Carolina im Süden bis Maine im Norden zu vier Todesopfern und hohen Sachschäden.

Mehrere Airlines rechnen damit, dass insgesamt Tausende Flüge über den Atlantik und an der Ostküste der USA gestrichen werden müssen. Auf Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main fallen bislang zehn Flüge in die Ostküsten-Metropolen New York, Boston und Washington aus. Diese Zahl könnte sich aber noch erhöhen. Ein Sprecher der Lufthansa sagte, die Fluglinie streiche heute und morgen 15 Flüge, die von Frankfurt, München und Düsseldorf aus an die US-Ostküste gehen sollten.

New York wollte noch gestern Abend (Ortszeit) sein gesamtes öffentliches Verkehrssystem stilllegen. Außerdem müssen 375 000 Bewohner niedrig gelegener Stadtteile ihre Häuser verlassen. Marineschiffe im Hafen Norfolk im Bundesstaat Virginia müssen verlegt werden. Zahlreiche Regale der Supermärkte rund um Washington waren bereits vor dem Sturm leer gefegt: Die Behörden hielten die Bevölkerung an, sich mit Proviant, Wasser, Kerzen und Batterien einzudecken.

Unterdessen blieben die nach dem schweren Erdbeben (Stärke 7,7) vor der Küste Kanadas befürchteten Riesenwellen auf Hawaii und an Teilen der US-Westküste aus. Die höchsten Wellen erreichten 70 Zentimeter.

( (dpa) )