Noch immer kein Fahndungserfolg trotz heißer Spur

Millionenerpresser Wolf entkommt knapp

Vor etwa fünf Wochen entführte Thomas Wolf eine Bakiersfrau und erpresste ihren Mann mit einer Forderung von 1,8 Millionen. Nach der Übergabe konnte der Geiselnehmer mit der Beute fliehen, die Frau kam frei. Jetzt wäre der meist gesuchte Verbrecher den Beamten beinahe ins Netz gegangen, sie fanden sein Auto in einem Waldstück in Niedersachsen.

Delmenhorst. Der 56-jährige Thomas Wolf habe das Auto erst am Freitag fluchtartig zu Fuß oder auf einem Fahrrad ohne Sattel verlassen. Er hatte Ende März für die Freilassung der Bankiersfrau ein Lösegeld von 1,8 Millionen Euro kassiert und ist seither auf der Flucht.

Wolfs Mietwagen, ein silberner VW Golf Variant, wurde laut Polizei in der Nähe von Harpstedt im Landkreis Oldenburg entdeckt. Die Schlüssel steckten. Die Reifen waren im weichen Untergrund festgefahren. Im Wagen fanden die Ermittler neben mehreren falschen Nummernschildern auch einen Fahrradsattel. Sie gingen nach Polizeiangaben davon aus, dass Wolf in dem Auto übernachtet hatte, bevor er am Freitag aus noch ungeklärten Gründen überstürzt die Flucht ergriff.

Wolf steht auf der Liste der meistgesuchtesten Verbrecher des Bundeskriminalamts. Er war im Jahr 2000 aus einem Hafturlaub nicht in das Gefängnis im nordrhein-westfälischen Moers zurückgekehrt. Am 27. März soll er die 44-jährige Ehefrau eines leitenden Bankangestellten vor ihrer Haustür in seine Gewalt gebracht haben. Auf die Anweisungen des Entführers hin deponierte der Ehemann das Lösegeld an einer Autobahnbrücke, wo der Erpresser es abholte. Kurz darauf konnte sich die Ehefrau befreien.