schwere Vorwürfe

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen „Legionäre Christi" in Chile

Ein Geistlicher ist bereits von seinen Aufgaben als Seelsorger an einer Schule suspendiert worden. Er soll ein Mädchen missbraucht haben.

Santiago de Chile. Die Ordensgemeinschaft der „Legionäre Christi“ wird von einem neuen Missbrauchsvorwurf erschüttert. Wie die Tageszeitung „La Nacion“ berichtet, wurde der irische Geistliche John O’Reilly am Mittwoch von seinen Aufgaben als Seelsorger an einer chilenischen Schule suspendiert; die Familie eines minderjährigen Mädchens hatte schwere Vorwürfe gegen das Ordensmitglied erhoben.

Der Fall schlägt in chilenischen Medien hohe Wellen. O’Reilly zählt wegen seiner Kontakte zu wohlhabenden Familien und seiner Vergangenheit als TV-Pfarrer mit eigenen Fernsehshows zu den prominentesten Geistlichen des Landes. In den vergangenen Jahren O’Reilly eröffnete er zahlreiche Schulen in Chile. 2008 verlieh ihm das Parlament wegen seines Einsatzes für die Bildung die chilenische Staatsbürgerschaft.

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Die Chilenische Bischofskonferenz forderte die Justiz in einer ersten Stellungnahme auf, die Vorwürfe umfassend aufzuklären. Der Tageszeitung „La Tercera“ sagte O’Reilly, er habe immer „größten Respekt vor den Schülern und ihren Familien“ gehabt. er sei sicher, dass die Untersuchung seine Unschuld feststellen werde.

Die Ordensgemeinschaft der „Legionäre Christi“ zählt nach eigenen Angaben weltweit etwa 920 Priester in etwa 20 Ländern sowie rund 2.500 Seminaristen. Angeschlossen ist die Laiengemeinschaft „Regnum Christi“. Zuletzt mussten sich die „Legionäre“ im Zuge einer Überprüfung durch den Vatikan von ihrem Gründer Marcial Maciel Degollado (1920-2008) distanzieren. Der gebürtige Mexikaner war Vater von drei Kindern und soll Seminaristen sexuell missbraucht haben. O’Reilly hatte Maciel in der Vergangenheit stets verteidigt. (KNA)