Nach Schul-Massaker

Winnenden setzt nach Amoklauf auf Sozialarbeit

Am 11. März 2009 hatte der 17-jährige Tim K. in der Realschule in Winnenden und bei seiner anschließenden Flucht in Wendlingen 15 Menschen und dann sich selbst erschossen.

Winnenden. Die Stadt Winnenden setzt nach dem Amoklauf an der Albertville-Realschule vor knapp zweieinhalb Jahren auf Sozialarbeit und moderne Sicherheitssysteme an Schulen. „Wir haben hier das Schulsozialarbeitsangebot verdreifacht“, sagte der Oberbürgermeister der Stadt, Hartmut Holzwarth (CDU) im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd. Es gebe an allen weiterführenden Schulen und an einigen ausgewählten Grundschulen entsprechende Angebote.

Für drei Grundschulen und die zwei Schulzentren in Winnenden seien drei Schulsozialarbeiter im Einsatz. Zuvor habe es nur einen gegeben. „Unsere Erfahrungen werden wir auswerten und dann schauen, wo wir noch mehr tun können“, kündigte Holzwarth an.

Zudem würden die weiterführenden Schulen mit modernen Sicherheitssystemen ausgestattet. „In einigen Jahren werden wir dann einen ähnlichen Standard in fast allen weiterführenden Schulen hier haben“, sagte Holzwarth.

Dennoch helfe ein solches Sicherheitssystem nur bedingt. „Es gibt hier keine singulären Handlungsempfehlungen“, sagte der Oberbürgermeister. Wichtig sei vor allem eine Art Frühwarnsystem, sodass rechtzeitig auf Warnsignale von potenziellen Tätern reagiert werden könne und diese dann entsprechend betreut würden.

Die erweiterte und umgestaltete Albertville-Realschule, die nach den Sommerferien erstmals seit dem Amoklauf wieder von den Schülern bezogen werden soll, wurde bereits jetzt mit einem entsprechenden Sicherheitssystem ausgestattet.

Am 11. März 2009 hatte der 17-jährige Tim K. in der Realschule in Winnenden und bei seiner anschließenden Flucht in Wendlingen 15 Menschen und dann sich selbst erschossen. In dem Schulgebäude hatte nach dem Amoklauf zunächst kein Unterricht mehr stattgefunden. Die Schüler waren in Containern unterrichtet worden. (dapd/abendblatt.de)