Pfarrer Jürgen Fliege macht Reibach im Esoterik-Business

Hamburg. Er ist Deutschlands bekanntester TV-Pfarrer, 2009 erhielt Jürgen Fliege das Bundesverdienstkreuz. Doch jetzt gerät der 64-Jährige ins Visier der Hamburger Sektenexpertin Ursula Caberta. In ihrem "Schwarzbuch Esoterik" erhebt die Autorin schwere Vorwürfe gegen den Moderator. "Er scheint seine Prominenz zu nutzen, um Esoterik-Scharlatane hoffähig zu machen." Tatsächlich ist Fliege laut "Bild am Sonntag" im Esoterik-Geschäft sehr aktiv. Auf seiner Homepage verkauft er "Fliege-Essenz", von der er sagt: "Ich habe über sie gebetet wie über Weihwasser. Ich habe immer wieder meine Hände aufgelegt, um den Trost und die Kraft in die Essenz zu geben." 39,95 Euro kosten 95 ml. Zudem veranstaltet Flieges Verlag jährlich den Fünf-Tage-Esoterik-Kongress Wörishofener Herbst. Preis pro Ticket: 210,45 Euro.

Als besonders brisant gilt Flieges Einsatz für Aquapol, einen Raumtrockner, der angeblich Feuchtmoleküle im Mauerwerk umpolen und ins Erdreich zurückschicken kann - für 4000 Euro das Stück. Chef der Herstellerfirma ist der Österreicher Wilhelm Mohorn, ein Scientology-Mitglied. Fliege macht hierfür Anzeigenwerbung und hat das Produkt laut "BamS" in seinen Shows mehrfach empfohlen.

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