Import aus Paraguay

Ameisenbärin Juanita - Exotin im Dresdner Zoo

Tamanduas leben in Süd- und Mittelamerika auf Bäumen und am Boden. Sie ernähren sich von Termiten und Ameisen. Ihre Art ist bedroht.

Dresden. Ameisenbärin Juanita ist der jüngste und nach fast 100 Jahren wieder ein exotischer Neuzugang dieser Art im Zoo Dresden. Das Weibchen kam aus Paraguay und war bisher in Quarantäne in Leipzig, teilte der Tierpark am Mittwoch mit. "Insgesamt wurden drei Tiere importiert, ein Pärchen bleibt in der neuen Tropenhalle in Leipzig", erzählte Zoobiologe Matthias Hendel. Juanita, ein Südlicher Tamandua, sei zahm und stamme daher wohl aus einer Aufzuchtstation in dem südamerikanischen Land. Die mit 4,9 Kilogramm wahrscheinlich ausgewachsene Dame zog ins Gehege der Rotbauchtamarine ein. "Auch in freier Wildbahn leben diese Tierarten zusammen."

Juanita verbringe ihre Tage meist schlafend in der Kiste. Hendel schätzte ihr Alter auf zwei bis vier Jahre. Sie bekomme ein für Große Ameisenbären kreiertes Futter: Brei aus Insektenschrot, vermischt mit Obst, Quark, Honig, Wasser und Torf als Ballaststoff. Den schlecke das zahnlose Tier jeden Morgen mit seiner 30 bis 40 Zentimeter langen klebrigen Zunge auf, so der Biologe.

Der Dresdner Zoo hatte 1924 schon einmal ein Exemplar, das aber nur ein halbes Jahr wurde. Nun soll auch gezüchtet werden, Juanita nicht allein bleiben. "Entweder wir importieren noch einen Mann oder bekommen einen über das Europäische Zuchtbuch." In europäischen Tierparks leben derzeit 33 bis 36 Tiere, Haltung und Zucht seienschwierig.

Tamanduas leben in Süd- und Mittelamerika auf Bäumen und am Boden, ernähren sich von Termiten und Ameisen. Bedroht sind die Tiere von der Größe einer Hauskatze mit langem Greifschwanz nur durch die Abholzung der Wälder. Pro Wurf bekommen sie bei einer Tragezeit von 150 bis 180 Tagen ein Jungtier. In freier Natur werden sie etwa acht Jahre alt, sagte Hendel.

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