Mafia-Mann lässt sich verhaften, weil er sich einsam fühlt

Lucca. Mafiosi sind auch nur Menschen: Weil er immer auf der Flucht war und sich einsam fühlte, hat ein italienischer Gangster um seine Festnahme gebeten. Der vorbestrafte Serienräuber und frühere Kollaborateur der kalabrischen 'Ndrangheta rief beim Polizeipräsidium in Lucca in der Toskana an und wollte hinter Gitter.

Der Mann verlangte den Chef des mobilen Einsatzkommandos und stellte als einzige Bedingung, von diesem höchstpersönlich die Handschellen angelegt zu bekommen. Bei seiner Festnahme wollte der Mafioso dann die Polizisten sogar umarmen. Er werde sich im Gefängnis weniger allein fühlen als in der Freiheit. Er sei es leid, ein kriminelles Leben zu führen und anderen etwas anzutun. Außerdem sei er bereit, einige Raubüberfälle zu gestehen.

Die Beamten in Lucca werfen dem Verdächtigen allerdings weit mehr vor: Geiselnahme, Erpressung und Drogenhandel soll der 'Ndrangheta-Mann sonst noch auf dem Kerbholz haben. Einen Straferlass für seine Reue hat er bisher nicht ausgehandelt.