Hells Angels gehen mit Macheten auf Kontrahenten los

Pforzheim. Zwei verfeindete Rockergruppen sind am Wochenende in Pforzheim (Baden-Württemberg) aufeinander losgegangen, drei Menschen wurden schwer verletzt. Es soll auch geschossen worden sein. Ein Mitglied der United Tribuns ist mit schweren Stichverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Er schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr.

An der Schlägerei waren rund 40 Rocker beteiligt. Das Motiv blieb zunächst unklar. Die Mitglieder der United Tribuns aus dem Raum Pforzheim hatten sich am Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters versammelt. Die Türsteher hatten gerade ihre Nachschicht beendet. Die Polizei geht davon aus, dass dann die Hells Angels auftauchten und mit Messern und Macheten auf ihre Kontrahenten losgingen. Ein Rocker wurde von einem Schlag schwer am Kopf getroffen. Die Polizei nahm 14 Schläger fest. Ein Teil der Hells Angels flüchtete zum Klubheim. Ein Spezialeinsatzkommando stürmte das Gebäude. Alle Verdächtigen waren gestern wieder auf freiem Fuß.

Vor allem die Hells Angels sorgen mit Straftaten immer wieder für Schlagzeilen. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann (SPD) forderte deshalb ein bundesweites Verbot von Rockerklubs. Nach Angaben des Bundeskriminalamts weiten deutsche Rockerbanden ihre kriminellen Aktivitäten auch ins Ausland aus, vor allem nach Südosteuropa, Albanien und in die Türkei. Sie sind dort im Drogenschmuggel und Menschenhandel aktiv.