Hochwasser im Osten Deutschlands

Deichbruch in Sachsen-Anhalt - Einsatzkräfte evakuieren Löben

Nach einem Deichbruch ist die Ortschaft Waltersdorf abgeschnitten, 20 Bewohner sitzen fest. Die Häuser in Löben werden bereits evakuiert.

Wittenberg/Cottbus/Löben. Die Häuser in Löben im Landkreis Wittenberg mussten wegen des Hochwassers evakuiert werden. Die Evakuierung sei notwendig, da das Wasser der Schwarzen Elster durch den Deichbruch am Donnerstag mittlerweile Löben erreicht habe, sagte Landkreis-Sprecherin Angelika Vorig. Die vom Hochwasser eingeschlossene kleine Ortschaft Waltersdorf im Katastrophengebiet in Sachsen-Anhalt soll ebenfalls evakuiert werden. „Helfer vom Deutschen Roten Kreuz sind mit zwei Booten unterwegs, um die Einwohner in Sicherheit zu bringen“, sagte Vorig. In Waltersdorf leben 20 Menschen. Wie viele Menschen ihre Häuser verlassen wollen, sei noch unklar.

Die Betroffenen aus Löben und Waltersdorf würden in eine Turnhalle in Groß Naundorf gebracht. Darüber hinaus werde derzeit versucht, den gebrochenen Deich bei Meuselko zu schließen. “Zwei Bundeswehrhubschrauber fliegen im Minutentakt Sandsäcke heran“, sagte Vorig. Rund 600 Helfer seien in dem gesamten Gebiet im Einsatz.

Am Donnerstag war wegen des Hochwassers ein Deich der Schwarzen Elster bei Meuselko im Landkreis Wittenberg gebrochen.

Auch in Brandenburg bestand laut Innenministerium die Gefahr, dass Deiche abrutschten. Die Schwachstellen sollten weiter mit Sandsäcken verstärkt werden. Die Situation an der Schwarzen Elster - einem Nebenfluss der Elbe - in Bad Liebenwerda und Herzberg war weiter kritisch, verschärfte sich aber nicht. „Die Lage ist absolut angespannt, aber in der Nacht blieb es erst mal stabil“, sagte ein Sprecher des Elbe-Elster-Kreises. Auch an der Neiße bei Klein Bademeusel wurden solche Schäden festgestellt.

In Südbrandenburg ist der Scheitelpunkt des Hochwassers an der Schwarzen Elster jedoch überschritten, wie das Hochwassermeldezentrum in Cottbus mitteilte.

In Sachsen-Anhalt sei der Pegel der Schwarzen Elster wegen des Deichbruchs am Donnerstag um 20 Zentimeter zurückgegangen, sagte Antje Rentsch von der Hochwasservorhersagezentrale. Im Ort Löben lag er am Freitagmorgen noch bei 3,14 Meter. Es gelte noch die Alarmstufe 4. Zudem rechnete Rentsch damit, dass die Lage in den kommenden zwei bis drei Tagen angespannt bleiben werde. Auch die Elbe werde in den kommenden Tagen noch ansteigen.