Der Amoklauf wurde in einer 3-D-Animation rekonstruiert

Stuttgart. Der Amokläufer von Winnenden kannte den Code zum Waffenschrank seines Vaters nicht. "Wir gehen eher davon aus, dass er sich die Tat-Munition zusammengesammelt hat", sagte Thomas Neumann von der Polizeidirektion Waiblingen gestern vor dem Landgericht Stuttgart.

Dort muss sich der Vater des Amokläufers verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Waffen und Munition unsachgemäß aufbewahrt und so die Tat ermöglicht zu haben. Sein Sohn hatte bei dem Amoklauf 15 Menschen und sich selbst getötet.

Der Vater hat sich auch nie dafür interessiert, ob sein Sohn gewaltverherrlichende PC-Spiele besaß. Was Tim K. am Fernsehen in seinem Zimmer anschaute und wie lange er am Computer spielte, sei ihm egal gewesen, hatte dieser in einer Vernehmung zu Protokoll gegeben, die gestern verlesen wurde.

Vorgestellt wurde auch eine 3-D-Animation, in der die Polizei die Tat rekonstruiert hat. Mit Rücksicht auf die Hinterbliebenen wurden Personen nur als Dummys dargestellt. Das Gericht erhofft sich Erkenntnisse, ob Tim K. gezielt mordete.