Odenwaldschule sagt Opfern finanzielle Entschädigung zu

Heppenheim. Die Odenwaldschule will den mehr als 50 Opfern sexuellen Missbrauchs doch eine Entschädigung zahlen. Der Sprecher des Schulvorstands, Johannes von Dohnanyi, sprach gestern von einem "sechsstelligen Betrag", der noch in diesem Jahr an Betroffene ausgezahlt werden soll. Durchschnittlich wären das rund 2000 Euro pro Person. Zuvor hatten das Benediktinerkloster Ettal sowie der Jesuitenorden Opfern sexueller Gewalt Entschädigungen angeboten.

Zur genauen Höhe der Zahlungen wollte sich von Dohnanyi aber nicht äußern. Dazu sei es noch zu früh. Die Schule in Südhessen werde in dieser Frage eng mit dem von Opfern gegründeten Verein "Glasbrechen" zusammenarbeiten. Um überhaupt Entschädigungen zahlen zu können, brauche das Elite-Internat eine Ausnahmebewilligung des hessischen Finanzministeriums beziehungsweise der Steuerbehörde, da sonst die Gemeinnützigkeit der Einrichtung gefährdet sein könnte.

Die frühere Bundesfamilienministerin und Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) hatte noch am Montag bei einem Besuch der Reformschule im südhessischen Heppenheim Hoffnungen auf eine finanzielle Entschädigung gedämpft.

Die sexuellen Übergriffe sollen sich zwischen den 60er- und Anfang der 90er-Jahre ereignet haben.