Computerwurm leitet Twitterer auf Pornoseiten um

Berlin. Ein Computerwurm hat gestern den Internetdienst Twitter zeitweise lahmgelegt. Mitteilungen mit schädlichem Code wurden automatisch weiterverbreitet. Zu den ersten Opfern gehörte die Frau des ehemaligen britischen Premierministers Gordon Brown. Ihren mehr als 1,1 Millionen "Followern" schickte sie unfreiwillig eine Mitteilung mit einem Link zu einer japanischen Porno-Website. Nach Stunden gelang es den Technikern von Twitter, die Lücke zu schließen.

Die Angreifer nutzten eine Funktion der Skriptsprache JavaScript, die als "onmouseover" bezeichnet wird: Dabei wird im Internet-Browser schon dann eine Aktion ausgelöst, wenn ein Nutzer die Maus über einen bestimmten Bereich führt. Der Code für das Ausnutzen der Sicherheitslücke wurde in Chat-Kanälen verbreitet. Zeitweise war die Startseite des Dienstes im Browser nicht mehr erkennbar. Weniger drastisch waren die Folgen, wenn Twitter nicht im Browser, sondern mit spezieller Software wie TweetDeck genutzt wurde. Hier waren nur die infizierten Tweets mit dem "onmouseover"-Code zu sehen. Twitter hat weltweit 160 Millionen Mitglieder.