Die Hoffnung der Kumpel in Chile wächst täglich acht bis 15 Meter

Copiapó. "Holt uns bitte hier raus", hatte einer der seit bald vier Wochen in einer chilenischen Mine eingeschlossenen Bergarbeiter auf dem ersten Video aus der Tiefe gefleht. Seit am 5. August ein Stollen in der Kupfer- und Goldmine in Copiapó einstürzte, sind die 33 Bergleute in dem dunklen Verlies 700 Meter unter der Atacama-Wüste eingekerkert. Jetzt gibt es Hoffnung. Sie wächst jeden Tag acht bis 15 Meter. Das schafft der Spezialbohrer mit einem deutschen Antrieb, der einen 66 Zentimeter breiten Rettungsschacht in die Tiefe fräst. Durch ihn sollen die Männer einer nach dem anderen an die Oberfläche gezogen werden.

Dutzende Angehörige brachen in Jubel aus und fielen sich mit Tränen in den Augen in die Arme. Sie campieren seit Wochen trotz des harschen Klimas in einer der trockensten Wüsten der Welt in einem Zeltlager bei der Mine, das sie "Esperanza" (Hoffnung) getauft haben. Am Sonntag hatten sie erstmals über ein Telefonkabel mit den Eingeschlossenen sprechen können. "Ich wünsche meinem Mann Kraft, dass er die Zeit übersteht", sagte eine Frau im Fernsehen. Kraft werden sie brauchen, noch etwa vier Monate. Die Männer sind zum Schlafen in einen kühleren Stollen umgezogen. Im Schutzraum herrschen 35 Grad.