Monatsrückblick

Nach den Katastrophen: Was passierte sonst noch im August?

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Jan Haarmeyer

Foto: AFP

Flut, Erdrutsche, Waldbrände: Ein August der Katastrophenmeldungen geht zu Ende. Grund genug, an die erfreulichen Nachrichten zu erinnern.

Verheerende Flut in Pakistan, Erdrutsche in China, tagelange Waldbrände in Russland, überflutete Dörfer in Sachsen, Polen und Tschechien - ein Katastrophensommer. Aber es gab auch sie, die guten Nachrichten im August. Eine kleine Auswahl.

Sonntag, 1. August: Es gilt das internationale Verbot der Herstellung und des Einsatzes von Streubomben. 108 Länder haben die Uno-Konvention unterzeichnet. Für Thomas Küchenmeister ein Grund zum Feiern. Fünf Jahre hat der Chef des Berliner Aktionsbündnisses Landminen für die Ratifizierung des Vertrags gekämpft. "Wir haben die Waffe stigmatisiert", sagt er und hofft, dass der Druck auf die Verweigerer (u. a. China, Russland, USA, Israel) wächst. Jakob Kellenberger, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz: "Das Abkommen wird gewaltiges Leiden unter Zivilisten verhindern."

Dienstag, 3. August: Das Geschäftsklima im deutschen Mittelstand hat sich so stark verbessert wie zuletzt vor 20 Jahren. "Auf das Gesamtjahr gesehen wird Deutschland die Wachstumslokomotive in Europa sein", sagt Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Bis Jahresende könnten im Mittelstand 100.000 Jobs entstehen.

Mittwoch, 4. August: Die Unesco setzt 20 weitere Stätten auf die Liste der fast 900 Kultur- und Naturdenkmäler. Atemberaubende Landschaften mit Regenwäldern und Vulkanen wie die zu Frankreich gehörende Insel Réunion im Indischen Ozean. Orte, die "von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen", heißt es.

Freitag, 6. August: Ecuador verzichtet auf die Förderung von geschätzt 846 Millionen Barrel Öl - ein Fünftel der Vorräte - im Nationalpark Yasuni, seit 1989 auch Biosphärenreservat der Unesco. 2274 verschiedene Arten von Blumen und Büschen wurden in dem Areal am Rio Napo entdeckt sowie 593 unterschiedliche Vögel und Hunderttausende von Insektenarten. Das Land bekommt dafür mit 3,6 Milliarden Dollar die Hälfte des vermuteten Gegenwertes aus einem Uno-Treuhandfonds. "Ein exemplarischer Akt, um einem Desaster mit unumkehrbaren Folgen zu widerstehen", jubelt Rebeca Grynspan von der Uno.

Sonnabend, 7. August: Microsoft-Gründer Bill Gates und Großinvestor Warren Buffett, zwei der reichsten Männer der Welt, spenden mit 40 weiteren Milliardären die Hälfte ihres Vermögens.

Mittwoch, 11. August : Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärt die Schweinegrippe-Pandemie für beendet.

Sonnabend, 14. August: Die deutsche Wirtschaft überrascht die größten Optimisten unter den Volkswirten. Im zweiten Quartal wuchs die Wirtschaftsleistung mit 2,2 Prozent so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Seit Einführung der gesamtdeutschen Statistik im Jahr 1991 hatte es solch ein Plus noch nicht gegeben.

Mittwoch, 18. August: Das Fahrrad wird als Verkehrsmittel und Sportgerät in Deutschland immer wichtiger. Der Bestand stieg von 67 (2006) auf 69 Millionen im Jahr 2009. Auf einen Haushalt kommen 2,8 Fahrräder. Im Vergleich: Anfang 2009 gab es in Deutschland 41 Millionen Pkw. Vor allem kleine Manufakturen freuen sich über steigende Preise und Umsätze. 2009 wurden hierzulande 4,05 Millionen Räder verkauft; da die Preise deutlich stiegen, legte der Umsatz der Branche, die 50.000 Mitarbeiter beschäftigt, im Vergleich zum Jahr 2008 um sieben Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu.

Donnerstag, 19. August: Ab sofort rollen die ersten Öko-Güterzüge der Deutschen Bahn durch das Land. Audi transportiert seine Autos von Ingolstadt zum Verladehafen nach Emden nun mit CO2-freien Zügen. Der Strom für diese Fuhren stammt vollständig aus erneuerbaren Energiequellen, in diesem Fall aus bayerischen Wasserkraftwerken. Der Ausstoß an schädlichen Emissionen liegt bei null.

Freitag, 20. August: In China müssen mehr als 2000 Firmen ihre veralteten Fabriken bis Ende September schließen, weil sie die Umwelt stark verschmutzen, zu viel Energie verbrauchen oder aber Sicherheitsstandards nicht erfüllt haben.

Mittwoch, 25. August: Amerikanischen Krebsforschern ist es gelungen, bei einigen Patienten mit schwarzem Hautkrebs den Tumor deutlich zu verkleinern. Die neue Behandlung verhindert gezielt, dass sich das BRAF-Protein bildet, welches bei der Hälfte der Kranken eine Mutation aufweist. Die Wissenschaftler sind euphorisch, weil 80 Prozent der Patienten gut auf die Behandlung ansprachen.