Waldbrände in Russland

600 Feuer in Russland – Vorwürfe von Greenpeace

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Die Waldbrände in Russland haben auch die von der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl verseuchten Gebiete Region Brjansk erreicht.

Moskau. Die Rettungskräfte bekommen die verheerenden Waldbrände in Russland auch nach Wochen nicht in den Griff. Innerhalb eines Tages seien 290 neue Feuer ausgebrochen, teilte das Zivilschutzministerium in Moskau am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax mit. Allerdings seien auch mehr als 300 Brände gelöscht worden. Insgesamt zählte das Ministerium landesweit noch immer 600 Feuer.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warf den Behörden vor, die Bevölkerung über die radioaktive Gefahr infolge der wohl schlimmsten Brände der russischen Geschichte im Unklaren zu lassen. Die Aktivisten widersprachen der Darstellung von Russlands oberstem Amtsarzt Gennadi Onischtschenko, der Entwarnung gegeben hatte. Sie warnen davor, dass die Brände radioaktiv verseuchte Partikel aufwirbeln könnten, etwa in den Gebieten rund um die atomare Wiederaufbereitungslage Majak am Ural sowie um Brjansk in der Nähe des ukrainischen Tschernobyl. Beide Regionen zählen wegen der Verstrahlung infolge der Atomkatastrophen 1957 beziehungsweise 1986 zu den gefährlichsten der Welt.

In Moskau entspannte sich die Lage, der giftige Qualm von den Torfbränden rund um die Metropole verzog sich vorerst. Allerdings lodern noch immer zahlreiche Feuer in der Nähe der Hauptstadt. Meteorologen warnen daher, dass sich die Situation in den kommenden Tagen erneut verschlimmern könnte. Das US-Außenministerium warnte angesichts der Wald- und Torfbrände vor Reisen nach Russland. Mitarbeitern der US-Botschaft in Moskau, die nicht unbedingt gebraucht werden, und ihren Familien sei die Abreise erlaubt worden, teilte das Außenministerium in Washington mit.

Infolge der seit Wochen andauernden Rekordhitze haben sich viele Lebensmittel um 15 bis 20 Prozent verteuert, wie die Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“ (Mittwoch) berichtete. Die Inflation könne bis zum Jahresende auch deswegen deutlich höher ausfallen als die von der Regierung erwarteten sechs bis sieben Prozent.

Russische Löschtrupps kämpfen gegen radioaktive Gefahr

( (dpa) )