USA verärgert über Polanskis Freilassung in der Schweiz

Bern. Roman Polanski, 76, ist ein freier Mann: Die Schweiz wird den Star-Regisseur nicht an die Vereinigten Staaten ausliefern. Das teilte die Regierung in Bern gestern mit. Die US-Justiz verfolgt Polanski wegen sexuellen Missbrauchs eines Mädchens im Jahr 1977. Der Regisseur legte damals ein Schuldbekenntnis ab und saß 42 Tage in Haft, entzog sich 1978 aber dem weiteren Verfahren durch Flucht ins Ausland. Die Schweizer Regierung erklärte, die US-Behörden hätten die vertraulichen Zeugenaussagen in Polanskis Verfahren nicht vorgelegt. Während es in Berlin, in den Filmstudios von Potsdam-Babelsberg, Paris und Warschau freudige Reaktionen auf die Freilassung des französisch-polnischen Filmemachers gab, reagierte die US-Regierung empört.

"Ein 13-jähriges Mädchen wurde unter Drogen gesetzt und von einem Erwachsenen vergewaltigt. Das ist keine Frage, bei der es um Formalitäten geht", sagte Philip Crowley, Sprecher des US-Außenministeriums. Die USA hätten kein Verständnis für die juristischen Argumente der Schweizer Behörden und würden weiter versuchen, Polanski zur Verantwortung zu ziehen.

( (dpa) )