Prozess um Verkauf von sieben Tonnen Partydrogen

Nürnberg. Sieben Tonnen Partydrogen soll ein Chemikalienhändler aus dem Landkreis Roth an Rauschgiftdealer und Drogensüchtige verkauft haben - fünf Abhängige überlebten die Einnahme nicht. Seit gestern muss sich der 32 Jahre alte Kaufmann aus Georgensgmünd deshalb in einem Mammutprozess vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Er sitzt seit Juli 2009 in Untersuchungshaft.

In ihrer 175 Seiten langen Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft dem Geschäftsmann knapp 7800 Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz vor. Die Verlesung der Anklageschrift dauerte den gesamten ersten Prozesstag.

Die drei Anwälte des Angeklagten zweifeln unterdessen an der Schlüssigkeit der Anklage. Ihr Mandant sei unschuldig, betonten sie. Er habe den in der Drogenszene als "flüssiges Ecstasy" bekannten Stoff Gamma-Butyrolacton (GBL) zu keinem Zeitpunkt an Drogenhändler oder Rauschgiftsüchtige verkauft. Vielmehr sei er stets davon ausgegangen, dass seine Kunden GBL allein als industrielles Lösungsmittel verarbeitet oder weitervertrieben hätten. GBL steckt etwa in Putzmittel oder Felgenreiniger.