Geständnisse im Prozess um Pokerüberfall

Berlin. Schreiend stürmten die maskierten Männer mit Machete und Schreckschusspistole ins Berliner Luxushotel Grand Hyatt. Doch die erhoffte Millionenbeute holten sie nicht beim spektakulären Überfall auf das Pokerturnier am 6. März. Gleich zum Prozessauftakt gestern vor dem Berliner Landgericht legten drei der vier Angeklagten Geständnisse ab. Das vierte Geständnis soll morgen verlesen werden. Die vier Männer türkischer und arabischer Herkunft im Alter von 19 bis 21 Jahren müssen sich wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor einer Jugendstrafkammer verantworten. Zwei mutmaßliche Drahtzieher bekommen einen Extra-Prozess.

Offen blieb auch nach den Geständnissen, wo der Großteil des erbeuteten Geldes von knapp 242 000 Euro geblieben ist. Nur 4000 Euro wurden zurückgegeben. Der schmächtige Kronzeuge, der sich eine Woche nach dem Überfall gestellt und seine Komplizen verraten hatte, erschien gestern in kurzen Hosen. Über seinen Anwalt erklärte der 21-Jährige, die Anklage sei zutreffend. Er habe mit einer Schreckschusspistole bewaffnet das Bargeld aus dem gerade geöffneten Tresor in einem Vorraum genommen und sei dann von einem Wachmann angegriffen worden. Dadurch habe er die Geldtasche verloren.

Ihm sei erst später klar geworden, worauf er sich eingelassen habe, sagte sein Anwalt. Er habe das enthemmende Schmerzmittel Tilidin eingenommen, sagte der Deutschtürke. Nach der Flucht habe jeder der vier 40 000 Euro bekommen. Das Geld sei in einer Tiefgarage auf der Motorhaube des Fluchtautos verteilt worden. Nachfragen des Richters beantwortete er nicht. "Am liebsten wäre mir, Sie würden hier mit einer dicken Plastiktüte ankommen", sagte Richter Helmut Schweckendieck. Der Prozess wird fortgesetzt.