Raub

Zehn Vermummte überfallen das Spielkasino in Basel

Basel. Die Tat erinnert an den Überfall auf das internationale Poker-Turnier im Berliner Hyatt-Hotel Anfang März, als eine Bande 240 000 Euro erbeutete. Um vier Uhr gestern Morgen stürmen zehn mit Sturmhauben vermummte und bis an die Zähne bewaffnete Männer in den Hauptsaal des Grand Casino Basel. Sie schießen aus Maschinenpistolen wild in die Luft, treten und schlagen einige der rund 600 Kasino-Gäste, die sich auf den Boden geworfen haben. Nach dem vergeblichen Versuch, den Safe zu knacken, raffen sie mehrere Hunderttausend Franken und Euro zusammen und verschwinden in zwei grauen Audi-Limousinen. Nach zehn Minuten ist der Spuk vorbei. Der Überfall geschieht eine Stunde, bevor das futuristisch anmutende und nachts rot beleuchtete Gebäude nahe der französischen Grenze schließt.

Zeugen berichten, dass die Kriminellen während des Überfalls französisch miteinander sprachen. Die Polizei vermutet, dass sie über die Grenze nach Frankreich geflohen sind. Noch fehlt von ihnen aber jede Spur.

Kasino-Manager Michael Favrod steht der Schrecken noch ins Gesicht geschrieben: "Es ist das erste Mal, dass wir überfallen wurden. Wir sind alle sehr geschockt. Man kann das trainieren, aber wenn es passiert, ist das etwas anderes", sagt er. Staatsanwalt Peter Gill ergänzt: "Die Täter sind zielgerichtet vorgegangen. Sie haben schnell, professionell und brutal reagiert." Favrod zeigt sich in einer Beziehung erleichtert: "Glücklicherweise ist den Mitarbeitern und den Gästen nichts passiert."

Das Grand Casino ist seit 2003 in Betrieb und wirbt als "Mini Las Vegas" um Spieler.