Kriminalität

Nach Polizisten-Mord: Kritik an Waffengenehmigung für Rocker

Berlin/Mainz. Nach dem tödlichen Schuss auf einen Polizisten in Rheinland-Pfalz hat der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) die behördliche Genehmigung für die mutmaßliche Tatwaffe kritisiert. "Das ist ein Kaliber, das mit Schießsport nichts zu tun hat", sagte der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen. "Großkalibrige Waffen gehören nicht zum Bürger. Das ist eine militärische Waffe."

Der Rocker (43), der am Mittwoch in Anhausen einen SEK-Beamten erschossen hatte (wir berichteten), besaß als Sportschütze eine waffenrechtliche Erlaubnis des Kreises Neuwied für die Pistole Kaliber 45. Ein Gutachten muss noch letzte Gewissheit bringen, ob dies tatsächlich die Tatwaffe war.

Das Mitglied der Hells Angels, das unter Mordverdacht in Untersuchungshaft sitzt, hatte ohne Vorwarnung durch die geschlossene Tür gefeuert. Ein 42 Jahre alter SEK-Beamter wurde tödlich getroffen. Die Polizei hatte die Wohnung des Rockers durchsuchen wollen, da gegen ihn wegen Aktivitäten im Rotlichtmilieu ermittelt wird.

BDK-Chef Jansen betonte, wenn Behörden die Erlaubnis für den Besitz einer solchen Waffe erteilen, müsste der Antragsteller eingehend überprüft werden. "Beim Jagdschein ist das auch so." Er vermutet in diesem Fall Mängel in der Genehmigungspraxis der Behörden. Die Pistole des Rockers bezeichnete der BDK-Chef als "richtigen Hammer". Bei einer Abgabe eines Schusses könne das Projektil leicht durch mehrere Menschen hindurchgehen. Die Polizei sei daher mit anderen Waffen ausgerüstet, um bei einem Schuss auf einen Verbrecher keine Passanten zu gefährden. Jansen weiter: "Da hat auch der Schützenverein eine Verantwortung, der er gerecht werden muss." Dem Vereinsvorstand sei die Mitgliedschaft des 43-Jährigen bei den Hells Angels bestimmt nicht verborgen geblieben.