Geburt dauerte neun Tage

Tot geglaubtes Elefantenbaby lebt

Sydney. Ein 100-Kilo-Baby hat die australische Öffentlichkeit in Entzücken versetzt. Der tot geglaubte Mini-Elefant drängte nämlich allen Hiobsbotschaften zum Trotz ans Licht der Welt. Selbst der weltweit geschätzte und eigens eingeflogene Elefantenexperte des Berliner Zoos, Thomas Hildebrandt, lag mit seiner Diagnose daneben.

Dass das Kalb im Taronga-Zoo in Sydney dann doch lebend zur Welt kam, war nach Angaben des Zoos fast ein Wunder. Das Kleine war zwar zunächst schwach auf den Beinen, rappelte sich aber später auf und begann bei seiner Mutter Porntip (18) zu trinken. Ihr Name ist thailändisch und bedeutet: Segen des Himmels.

Porntip war nach der schweren neuntägigen Geburt wohlauf. "Sie entpuppt sich als hervorragende Mutter", sagte Tierarzt Larry Vogelnest. Am Montag hatte alles auf ein tragisches Ende der 22-monatigen Schwangerschaft hingedeutet. Das Kalb lag falsch im Geburtskanal und kam nicht voran. Die Ärzte konnten keine Herztöne mehr feststellen und das Fruchtwasser war trübe. Die anderen Elefanten wandten sich von Porntip ab - alles Anzeichen, so Hildebrandt, dass das Baby gestorben war.

Die Wärter hatten am Montag Tränen in den Augen, als die Todesnachricht kam. Im Internet entstand spontan ein Kondolenzbuch, in dem Leser ihr Mitgefühl ausdrückten. Inzwischen glauben Experten, dass der kleine Bulle wahrscheinlich im Koma lag und deshalb überlebte.

( (dpa) )