Katholische Kirche

Missbrauchs-Skandal: Razzia im Kloster Ettal

Ettal. Im Skandal um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hat es zum ersten Mal eine Razzia in einem Kloster gegeben. Gestern durchsuchte die Münchner Staatsanwaltschaft das oberbayerische Kloster Ettal. Dort sollen Schüler von Geistlichen sexuell missbraucht worden sein. "Seit Nachmittag laufen Ermittlungen vor Ort in Anwesenheit der Staatsanwaltschaft", bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II. Ob es in der deutschen Nachkriegsgeschichte überhaupt schon einmal eine Razzia in einem Kloster gegeben habe, konnte ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz nicht beantworten.

Im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen an dem Benediktinerkloster wurden auch drei Mönche aus dem Kloster Wechselburg in Sachsen suspendiert und von ihren seelsorgerischen Aufgaben entbunden. Gegen sie lägen Missbrauchsvorwürfe aus ihrer Zeit an der Schule und dem Internat in Ettal vor, teilte das Bistum Dresden-Meißen mit. Damit wurde ein Bericht der "Freien Presse" bestätigt. Was genau den Männern vorgeworfen wird, wisse man nicht, sagte ein Bistumssprecher. Verdachtsfälle aus dem Kloster Wechselburg gab es demnach bislang nicht. Bischof Joachim Reinelt kündigte aber an, Anhaltspunkten für mögliche Verdachtsfälle nachzugehen.