Unwetter

Aufräumen nach "Xynthia" - 63 Tote in Westeuropa

Offenbach/Paris. Die Bilanz nach dem Orkantief "Xynthia" fällt verheerend aus: 63 Tote in Westeuropa und Schäden in Millionenhöhe. Allein in Frankreich hat der schwerste Sturm der vergangenen zehn Jahre nach Angaben des Zivilschutzes 51 Menschen in den Tod gerissen. Böen bis zu 180 km/h rasten auch über Deutschland. Sieben Menschen starben. Besonders tragisch: Im hessischen Biblis riss der Sturm einen Zweijährigen in einen Fluss. Das Kind ertrank. Es war seinem Vater ausgebüxt.

Das Verkehrschaos auf Straßen, Schienen und in der Luft normalisierte sich gestern langsam. Überall wurden kubikmeterweise Holz, demolierte Autos, herausgerissene Verkehrsschilder und herabgestürzte Dachziegel aufgeräumt. Für Schätzungen der Schadenshöhe sei es noch zu früh, teilten die Versicherungen Münchner Rück und Allianz mit.

Besonders schlimm war "Xynthia" über die französische Atlantikküste hereingebrochen. Präsident Nicolas Sarkozy zeigte sich geschockt, als er die Verwüstungen und die Leichen sah: "All diese Menschen, die ertrunken sind, das ist niederschmetternd." Gegen Mittag waren in Frankreich noch 220 000 Haushalte ohne Strom. In Nordspanien und Portugal gab es vier Tote. In Belgien wurde ein Mann in seinem Garten von einem Baum erschlagen.

Auch in Deutschland knickten die gewaltigen Orkanböen Bäume wie Streichhölzer um - vier Menschen kamen so ums Leben. Im südpfälzischen Landau wurde eine Frau von einem Eisentor tödlich getroffen. In Niedersachsen wurde ein Mann bei Bückeburg mit seinem Auto von der Fahrbahn gegen einen Baum geweht. Im Schwarzwald kam ein Autofahrer ums Leben, bei Wiesbaden ein Wanderer. In Nordrhein-Westfalen starben eine Joggerin und eine Autofahrerin. Am schlimmsten wütete der Sturm in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg.