Gericht

Neuer Prozess um Einsturz von Eissporthalle

Karlsruhe. Vier Jahre nach dem Einsturz der Eissporthalle von Bad Reichenhall wird die Tragödie vor Gericht ein weiteres Mal verhandelt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob gestern den Freispruch des Landgerichts Traunstein für einen Gutachter des Hallendachs auf.

Der Mann habe das Dach nicht so sorgfältig untersucht, wie dies gefordert worden sei, entschied das Gericht in Karlsruhe. Das Landgericht Traunstein hatte den Dachkonstrukteur im November 2008 wegen fahrlässiger Tötung zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, einen Architekten und den Gutachter aber freigesprochen. Der Freispruch für den Architekten ist inzwischen rechtskräftig. Der Gutachter muss nun mit einem neuen Verfahren rechnen.

Beim Einsturz im Januar 2006 waren 15 Menschen getötet worden. Der Anwalt einer Opfer-Familie stellte indessen Strafanzeige gegen den Ex-Oberbürgermeister sowie gegen die damalige Stadtbaudirektorin und den langjährigen Leiter des Hochbauamtes. Trotz deutlicher Hinweise hätten sie die Halle nicht gesperrt und sich nicht um eine Sanierung gekümmert.