Venezuela

Mindestens 90 Kolumbianer in Venezuela festgenommen

Im Westen Venzuelas hat das Militär mindestens 90 Kolumbianer festgenommen.

Caracas. Die Männer und Frauen waren im Bundesstaat Barinas in drei Kleinbussen unterwegs und hätten keine Papiere bei sich gehabt, teilte der Chef der venezolanischen Nationalgarde in der Region, General Vladimir Padrino, am Donnerstag im Fernsehen mit. Die staatliche Nachrichtenagentur ABN berichtete aber, es handele sich um kolumbianische Staatsangehörige. Die Festnahmen dürften die Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern Venezuela und Kolumbien weiter verschärfen.

Im gleichen Bundesstaat waren diese Woche vier bewaffnete kolumbianische Paramilitärs festgenommen worden. Vergangenen Monat fand die Polizei in dem an Kolumbien angrenzenden venezolanischen Bundesstaat Táchira die Leichen mehrerer kolumbianischer Straßenhändler, die während eines Fußballspiels entführt und dann erschossen worden waren. Erst Anfang dieser Woche wurden dann zwei venezolanische Nationalgardisten in dem Bundesstaat erschossen.

Caracas macht Kolumbien für das Einsickern rechter Paramilitärs auf venezolanisches Territorium verantwortlich. Venezuelas linksgerichteter Staatspräsident Hugo Chávez ist zudem der stärkste Kritiker des vorige Woche unterzeichneten Militärabkommens zwischen Kolumbien und den USA, das US-Militärs Zugang zu sieben Stützpunkten in Kolumbien erlaubt. Caracas sieht darin eine gezielte Aggression gegen Venezuela und kündigte bereits an, die Überwachung der Grenze zu Kolumbien zu verstärken.