USA: Mehr als 50 schwächere Nachbeben

Erdbeben erschüttert Los Angeles

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Ein kurzer, aber heftiger Erdstoß hat Millionen Kalifornier erschreckt. Wolkenkratzer schwankten und Menschen liefen in Panik aus ihren Häusern und Bürogebäuden auf die Straße.

San Francisco. Ein kurzer, aber heftiger Erdstoß hat Millionen Kalifornier erschreckt. Ein mittlerer Erdstoß der Stärke 5,4 hatte am Vormittag (Ortszeit) den Großraum Los Angeles erschüttert. Nach Angaben der Behörde Geological Survey (USGS) folgten in wenigen Stunden mehr als 50 schwächere Nachbeben. Wolkenkratzer schwankten und Menschen liefen in Panik aus ihren Häusern und Bürogebäuden auf die Straße, doch der Schreck war größer als der Schaden. "Gott sei Dank haben wir keine Meldungen von schweren Verletzungen oder größeren Sachschäden", zog der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger mehrere Stunden nach dem Beben Bilanz. Er erinnerte die Bürger daran, mit Notproviant und Evakuierungsplänen für größere Katastrophen gewappnet zu sein.

Der Erdstoß war von San Diego im äußersten Süden Kaliforniens bis nach Las Vegas im Nachbarstaat Nevada zu spüren. Nach Angaben der USGS-Behörde lag das Epizentrum etwa 50 Kilometer östlich von Los Angeles nahe der Stadt Chino Hills. Das Beben ereignete sich 12 Kilometer unter der Erdoberfläche. Örtliche Fernsehsender zeigten die typischen Bilder: umgestürzte Regale in den Supermärkten, zerbrochene Fensterscheiben, aufgeregte Menschen vor Bürohäusern mit ihren Handys.

"Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich unter dem Schreibtisch Schutz gesucht", sagte Polizei-Sergeant Ken Seymour der "Los Angeles Times". Zahlreiche Augenzeugen beschrieben ein heftiges Rütteln, das aber nur einige Sekunden dauerte. Die Stadt Los Angeles sprach von einem "schweren seismischen Ereignis". Brücken und Autobahnen sollten auf Risse überprüft werden.

In dem Vergnügungspark Disneyland bei Anaheim wurden vorsichtshalber die Achterbahnfahrten angehalten. CNN-Reporter Ed Lavandera hielt sich zum Zeitpunkt des Bebens in Disneyland auf. Die Schienen einer Bahn "schwankten hin und her", sagte der Journalist. Wenige Stunden nach dem Beben ging der Betrieb aber wie gewohnt weiter.

Kalifornien soll nach Prognosen von Seismologen in den nächsten 30 Jahren von einem schweren Erdbeben der Stärke 6,7 oder mehr erschüttert werden. Das letzte schwere Beben in Südkalifornien ereignete sich 1994. Nach den Erdstößen in Los Angeles mit einer Stärke von 6,7 starben 57 Menschen, das Beben richtete schwere Schäden an. Fünf Jahre zuvor waren bei einem Erdbeben der Stärke 6,9 in San Francisco 67 Menschen getötet und mehr als 3000 verletzt worden.

( dpa )