Drama am Nanga Parbat: Bergsteiger in der Wetter-Falle

Nach mehr als einer Woche auf dem Nanga Parbat (8125 m) hat auch gestern schlechtes Wetter den Abstieg der beiden auf 6600 Metern Höhe festsitzenden Südtiroler Bergsteiger verhindert.

Islamabad/Rom. "Sie sind genau an derselben Stelle, wo sie Dienstag waren, und die Wetterverhältnisse sind zu schlecht, um zu intervenieren", sagte der Sprecher der italienischen Botschaft in Pakistan, Sergio Oddo.

"Bis morgen kann nichts unternommen werden." Simon Kehrer (29) und Walter Nones (36) seien in ihrem Zelt und warteten auf besseres Wetter. Um eine Rettung per Hubschrauber zu ermöglichen, müssten die beiden Männer noch etwa 600 Meter absteigen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, sitzt auch ein Iraner seit fast einer Woche am Nanga Parbat fest. Der Bergsteiger Saman Nemati, Mitglied einer iranischen Auswahlmannschaft, ist am vergangenen Donnerstag gegen den Willen seiner Trainer hochgestiegen. "Alpinisten haben seitdem versucht, ihn zu finden, aber von ihm fehlt jede Spur", sagte eine Sprecherin des iranischen Bergsteigerverbandes. Die Iraner verlieren langsam die Hoffnung, wegen der Wetterbedingungen sinken die Überlebenschancen Nematis.

Auf einem nahen Berg, dem etwa 6000 Meter hohen White Horn, wurde unterdessen ein Brite vermisst. Der pakistanische Hubschrauberdienst Askari Aviation teilte mit, die britische Botschaft habe bei der Suche nach Benjamin Cheek einen Helikopter für einen Aufklärungsflug angefordert. Cheek sei Teil einer dreiköpfigen Expedition gewesen. Die anderen beiden Briten seien wohlbehalten abgestiegen.