Florida: 35 Kilo schwerer Fisch sprang in Ausflugsboot

Fliegender Rochen erschlägt Frau

Das Opfer hatte an Deck in der Sonne gelegen. Fall erinnert an Tod des australischen Krokodiljägers Steve Irwin.

Miami. Der todbringende Fisch tauchte plötzlich aus dem Wasser auf. Als würde er sein Ziel genau anvisieren, sprang der Rochen vor der Küste Süd-Floridas in ein Ausflugsboot und traf eine Frau (55) am Kopf, mit voller Wucht. Jorge Pino von Floridas Wildschutz-Behörde (FWC): "Alles deutet darauf hin, dass sie durch den Zusammenprall mit dem gefleckten Adlerrochen starb."

Das 35 Kilo schwere Tier hatte die Frau aus dem US-Staat Michigan, die zum Sonnenbaden an Deck lag, regelrecht erschlagen. Sie war gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Schwester zum Fischen vor den Florida Keys unterwegs, einer Inselkette an der Südspitze des "Sonnenschein-Staates". Die Urlauberin trug tödliche Verletzungen im Gesicht und am Kopf davon, es gab aber zunächst keine Hinweise, dass der Rochen sie stach. Das Deck war voller Blut. "Das ist so ungewöhnlich, so selten, so bizarr", sagt Pino zu dem Unfall. "Sie war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort." Das Tier verendete an den Folgen des Aufpralls. Gefleckte Adlerrochen sind in der Lage, mit dem ganzen Körper aus dem Wasser zu springen, meist wenn sie auf der Flucht sind oder Parasiten loswerden wollen. Der rautenförmige Fisch hat einen langen, peitschenartigen Schwanz und kann sich hoch aus dem Wasser schnellen. Die Mitglieder der Rochen-Familie aus fünf Gattungen und 30 Arten, die bis zu 350 Kilo schwer werden können, fressen vorwiegend Muscheln und Schnecken. Die Schalen zertrümmern sie mit ihrem plattenförmigen Gebiss. Rochen sind gefürchtete Räuber in Austernbänken. Die Tiere können eine Spannweite von bis zu drei Metern erreichen. "Es ist ganz natürlich für sie, aus dem Meer zu springen, wie es Tümmler tun", sagte FWC-Sprecher Bobby Dube. "Das ist völlig normal und ziemlich spektakulär zu beobachten." Es ist nicht das erste Mal, dass es zu einer dramatischen Begegnung zwischen Mensch und Rochen in Süd-Florida kam. Im Oktober 2006 sprang ein 15 Kilo schwerer Stachelrochen in ein Ausflugsboot und stach den Kapitän ins Herz. Das Opfer, das inzwischen 83 Jahre alt ist, erholte sich nach langen Wochen im Krankenhaus aber wieder.

Der jüngste Unfall weckt auch Erinnerungen an den tragischen Tod des australischen Tierfilmers Steve Irwin (geb. 44). Der TV-"Krokodiljäger" war im September 2006 bei Unterwasseraufnahmen am Great Barrier Reef von einem Stachelrochen mitten ins Herz gestochen worden. Seine Witwe Terri (43) will den Zoo ihres berühmten Mannes jetzt zur bedeutenden australischen Touristenattraktion umbauen. Das Gelände soll von 28 auf 400 Hektar erweitert werden. Geplant ist ein "afrikanischer Safaripark" und ein Hotel mit 350 Zimmern.