Nach Piraten-Überfall: Deutsche Fregatte beschützt ZDF-"Traumschiff"

BERLIN. Erst vor drei Wochen schossen Piraten mit Raketenwerfern und Sturmgewehren auf ein US-Kreuzfahrtschiff vor der Küste Somalias. Jetzt passierte das Kreuzfahrtschiff "Deutschland" (518 Passagiere) den Golf von Aden - und erhielt Geleitschutz von der Marine. Die Fregatte "Lübeck" beschützte das ZDF-"Traumschiff" einen Tag lang.

Die Deutsche Marine spricht von "gemeinsamen Fahrmanövern" und einem "Stück Wegbegleitung", mit dem das Kriegsschiff den Schutz im Seegebiet demonstriert habe. Der Kommandant der "Lübeck", Fregattenkapitän Rüdiger Solf, habe die Crew der "Deutschland" über die Häfen in der Region, die Piraterie, den Schmuggel und andere Sicherheitsrisiken informiert.

Die "Lübeck" überwacht derzeit im Rahmen der weltweiten Antiterror-Operation "Enduring Freedom" in einem internationalen Verband die Seewege am Horn von Afrika. Ziel ist es, durch Kontrollen des Schiffsverkehrs bis hin zur Inspektion der Ladung verdächtiger Schiffe Nachschubwege von Terrorgruppen zu blockieren. An Bord der Fregatte sind ständig zwei Hubschrauber stationiert. Die "Lübeck" soll im Februar 2006 nach halbjährigem Einsatz von einer anderen deutschen Fregatte abgelöst werden.

Anfang November hatten Piraten 160 Kilometer vor der Küste von Somalia das Kreuzfahrtschiff "Seabourn Spirit" angegriffen und versucht, es zu entern. Mit einer Kursänderung und höchster Geschwindigkeit hatte der US-Kreuzfahrer entkommen können. Außerdem wurde eine neuartige "Lärmwaffe" abgefeuert, die die Piraten mit gezielten Schallwellen in die Flucht geschlagen hat. An Bord der "Seabourn Spirit" waren 150 Passagiere und 161 Mann Besatzung.

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