Nach Angriff auf Kreuzfahrer: Lärm-Waffe vertreibt Piraten

MOGADISCHU. Mit Krach gegen Piraten: Als das US-Kreuzfahrtschiff "Seabourn Spirit" vor einer Woche vor Somalia von Seeräubern angegeriffen wurde, soll eine "akustische Waffe" zur Abwehr der Attacke beigetragen haben. Das berichtet der "Spiegel". Demnach könnten die in die Flucht geschlagenen Piraten außer Kopf- und Ohrenschmerzen auch bleibende Hörschäden davongetragen haben.

Zum Einsatz sei ein sogenanntes "LRAD" ("Long Range Acoustic Device") gekommen, eine neue "Superwaffe" der Amerikaner, von der kaum bekannt war, daß sie auch auf Kreuzfahrtschiffen bereitgehalten wird. Der 20 Kilo schwere Apparat ist etwa so groß wie eine Satellitenschüssel und in der Lage, schmerzhaften Lärm in Richtung eines bestimmten Ziels auszustrahlen - so ähnlich wie quälende Töne eines Feuermelders, allerdings noch erheblich lauter (bis zu 150 Dezibel).

Der Hersteller, die American Technology Corporation im kalifornischen San Diego, habe schon fast 1000 Geräte verkauft, vor allem an die US-Streitkräfte. Das Pentagon habe sich eine Waffe gewünscht, mit der die Navy einen Sicherheitsabstand um ihre Schiffe aufrechterhalten kann, ohne jeden, der sich nähert, sofort zu töten.

Allein 300 LRADs seien im Irak im Einsatz. Mit ihrer Hilfe räume die US-Armee Häuser "auf akustische Weise" und setze sie als "Riesen-Megaphon" ein, um Autofahrer schon mehrere hundert Meter vor einer Straßensperre anzusprechen.

Angeblich hat sich nicht nur die US-Polizei in New York und Boston einige der 30 000 Dollar teuren Geräte zugelegt, sondern auch die Cunard-Reederei - für ihre "Queen Mary 2".