Mehmet - der Preis des Rechtsstaats

Holger Dohmen

K O M M E N T A R

Seit nunmehr acht Jahren hat ein junger Serienstraftäter die deutsche Justiz beschäftigt. Mit einem Aufwand an Personal, Zeit und Geld, der allein jegliche Vorwürfe der Vergangenheit, die bayerische Justiz habe mit der Ab-schiebung des Muhlis A. politische Justiz ausgeübt, als böswillige Unterstellung entlarvt. Nun hat das Bundes-verwaltungsgericht in Berlin Muhlis A. - besser bekannt unter dem Decknamen Mehmet - erlaubt, nach Deutschland zurückzukehren. So handelt der Rechtsstaat, unabhängig von der Frage, wie solche juristischen Fingerhakeleien, bei denen Ge-richte den Spruch des jeweils anderen mal aufheben, mal bestätigen, vom normalen Bürger empfunden werden. Wie der von Gutachtern als kaum resozialisierungsfähig beschriebene Mehmet auf das Urteil reagieren wird, bedarf keiner besonderen Fantasie. Er ließ sich schon nach seiner Abschiebung in die Türkei vor fast vier Jahren als Held feiern. Tröstlich ist, dass dieser junge Mann, der schon als Kind anderen Schmerz und Leid zugefügt hat, als jetzt Volljähriger künftig zur Rechenschaft gezogen werden kann. Auch dies gehört nämlich zu unserem Rechtsstaat.