Kfz-Briefe gestohlen - Betrug an Autokäufern?

Flensburg. Vorsicht beim Gebrauchtwagenkauf! In Deutschland sind nach Recherchen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) mehrere tausend gestohlene Blanko-Fahrzeugbriefe im Umlauf. Mit den Papieren sollen gestohlene Gebrauchtwagen an nichtsahnende Verbraucher verkauft werden, berichtet das WDR-Wirtschaftsmagazin "markt".

Ein Sprecher des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg wies darauf hin, daß die Nummern der bei Zulassungsstellen und Herstellern gestohlenen Briefe gesperrt werden würden. Wie viele Blanko- Dokumente im Umlauf sind, konnte er nicht sagen. Allein 600 Formulare seien kürzlich auf dem Weg von Neuss (Nordrhein-Westfalen) nach Flensburg verlorengegangen. Das KBA hatte zunächst die Nummern gestohlener Kfz-Briefe im Internet veröffentlichen wollen. Um die Ermittlungen der Polizei nicht zu erschweren, sei dies aber nicht erfolgt.

Wird allerdings ein Gebrauchtwagen mit der gesperrten Kennung eines Kraftfahrzeug-Briefes angemeldet, würde automatisch die Polizei aktiv werden, sagte der KBA-Sprecher. Das Risiko trägt jedoch der Käufer, da er ein gestohlenes Fahrzeug nicht rechtsgültig erwerben kann. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) forderte laut WDR die Behörden daher auf, die Seriennummern der Dokumente doch noch zu veröffentlichen, da sich Verbraucher nur so darüber informieren könnten, ob ein ihnen präsentierter Kfz-Brief echt ist.