Dominik tot - Ermittlungen gegen "Krebs-Arzt"

Koblenz. Auf seiner Internetseite wirbt der umstrittene Mediziner Dr. Matthias Rath damit, daß er den krebskranken Dominik (9) mit seiner "Zell-Vitalstoff"-Therapie geheilt habe. Jetzt ist der Junge gestorben.

Das Ende eines langen Leidensweges, aber der Streit des selbsternannten Alternativmediziners gegen die Schulmedizin geht weiter. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft. Das Amtgsgericht Koblenz ordnete eine Obduktion des Jungen an - um zu sehen, woran er wirklich gestorben ist.

Der Fall hatte für Schlagzeilen in Deutschland gesorgt. Im Oktober 2002 spürte Dominik nach einem Fußballspiel plötzlich starke Schmerzen im Bein. Tage später der Schock: Knochenkrebs! In der Lunge waren bereits Metastasen. Im Mai 2003 brachen die Eltern Anke (39) und Josef Feld (41) die Chemotherapie ab. Die Mutter: "Dominik hat unter den Nebenwirkungen so stark gelitten, das wollten wir ihm nicht länger zumuten." Sie greifen nach dem letzten Strohhalm, glauben in dem aus den Niederlanden operierenden Dr. Matthias Rath den "Wunderheiler" gefunden zu haben. Der Mann behauptet, das Heilmittel für die meisten Krebsarten gefunden zu haben. Er behandelte Dominik u. a. mit Aminosäuren, Vitamin C und Extrakten aus grünem Tee. Am Ende sagte er: "Der Junge ist geheilt." Er führte Dominik sogar bei Werbeveranstaltungen vor. Dann die dramatische Verschlechterung. Am 30. August brachten die Eltern ihren Sohn in die Villa-Medici-Klinik in Rheinland-Pfalz. Zu spät. Vor vier Wochen entließen die Ärzte Dominik nach Hause - zum Sterben. "Die Lunge und der Bauch waren voller Geschwüre", sagte ein Mediziner. Doch die Eltern fuhren mit dem Jungen in ein Hospital nach Mexiko, das nach Raths Prinzipien behandelt. Ohne Erfolg.

Und was sagt Rath? Der nutzte den Tod "seines Freundes Dominik" zu einer Abrechnung mit der Pharmaindustrie und schrieb auf seiner Internetseite: "Jetzt bist du endlich frei, Dominik! Hier auf der Erde warst du gefangen, festgehalten auf einer Insel der Krebskranken. Wie Millionen Krebspatienten mit dir warst du angekettet an die Fesseln der Chemo-Medizin . . ."