Williams-Mord: Erste Festnahme

Tennisstars trauern um ihre Schwester. Yetunde Price starb in dem Slum, in dem auch Serena und Venus aufwuchsen.

Los Angeles. Der Mord an Yetunde Price (31) steht kurz vor der Aufklärung. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest. Die älteste Schwester der amerikanischen Tennisstars Venus (23) und Serena (21) Williams war am Sonntag in Los Angeles in ihrem Auto erschossen worden (wir berichteten). Die gelernte Krankenschwester, die oft als persönliche Assistentin des weltbekannten Tennis-Duos gearbeitet hatte, starb auf dem Weg in eine Klinik. Nach ersten Ermittlungen war Price in Compton, einem Slum von Los Angeles, zusammen mit ihrem Begleiter in einen Streit mit Anwohnern verwickelt worden. Plötzlich zog einer der Gegner eine Waffe und eröffnete das Feuer. Eine Kugel traf die 31-Jährige im Oberkörper. Ärzte konnten der Mutter von drei Kindern nicht mehr helfen. Gestern nahm die Polizei Aaron Michael Hammer (24) unter "dringendem Mordverdacht" fest. Auch der 28-jährige Begleiter von Price wurde wegen Verletzung einer Bewährungsauflage festgenommen. Hintergründe der Tat wurden zunächst nicht mitgeteilt. Venus und Serena Williams flogen zusammen mit ihren Eltern sofort von der Ostküste, wo sie leben, nach Los Angeles. Sie erklärten: "Wir sind extrem schockiert, traurig und am Boden zerstört durch den gewaltsamen Tod unserer geliebten Yetunde. Sie war unser Kern und unser Fels in der Brandung. Sie war persönliche Assistentin, Vertraute und Beraterin für ihre Schwestern, und ihr Tod hinterlässt eine Lücke, die niemals geschlossen werden kann." Warum Price ausgerechnet in dem Slum war, in dem die fünf Williams-Schwestern und ihre Eltern in ärmlichen Verhältnissen gelebt hatten, ist unklar. Die tödlichen Schüsse fielen in unmittelbarer Nähe der heruntergekommenen Tennisplätze, wo ihre berühmten Schwestern zuerst mit ihrem Vater Richard die Schläger geschwungen hatten. Als Venus und Serena zu Tennismillionärinnen wurden, zogen sie nach Florida. In Interviews erzählten die Sportlerinnen öfter, dass sie dort als Kinder immer wieder Schüsse gehört hätten. Auch Yetunde Price hatte dem Slum längst den Rücken gekehrt und lebte mit ihren drei Kindern Jair (5), Justus (9) und Jeffrey (11) im 60 Kilometer entfernten Lakewood. Sie ließ sich unlängst scheiden und betrieb mit einer Freundin einen Friseursalon. Polizisten, die in der Nachbarschaft, wo alle Fenster mit Gittern verrammelt sind, patrouillierten, hörten die Schüsse und waren in wenigen Sekunden am Tatort. Sie sprachen von einem "bandentypischen Delikt", das "unmittelbar neben einem für Drogenhandel bekannten Haus" stattgefunden habe. Yetunde Price selbst war nach Angaben von Freunden "eine sehr religiöse Frau, der die Familie über alles ging und die nie rauchte, trank oder Drogen nahm". Sie hat sich auch niemals beschwert, dass sie vom 300-Millionen-Dollar-Vermögen ihrer Schwestern nicht profitierte.