Potsdamer Hells Angels lösen ihren Rockerklub auf

Potsdam. Nach mehreren Großrazzien gegen Rockerbanden hat sich die Potsdamer Ortsgruppe der Hells Angels aufgelöst. Auf der Internetseite der Rocker heißt es: "Das Charter HAMC Potsdam ist aufgelöst und die dazugehörigen Support Clubs." Gründe werden nicht genannt.

Ob sie damit einem möglichen Verbot zuvorkommen wollten, ist unklar. Ende Mai hatten sich die mächtigen Hells Angels Berlin City aufgelöst, weil sie von einem bevorstehenden Verbot erfahren hatten. "Man kann beobachten, dass die Szene in den vergangenen Tagen sehr in Bewegung gekommen ist", sagte ein Sprecher des brandenburgischen Innenministeriums. Die Auflösung der Potsdamer Gruppe scheine ein Ausdruck dessen zu sein. "Sie wird aber nicht dazu führen, dass wir den Druck zurücknehmen", betonte der Behördensprecher. "Nur weil sich ein Charter auflöst, ändert sich an der Gesamtlage nichts." In Brandenburg gebe es etwa 400 Rocker, die an verschiedenen Orten aktiv seien. "Das Problem ist nach wie vor vorhanden. Darum beobachten wir die Lage sehr genau."

In Berlin wird weiter darüber gerätselt, wie Ende Mai die Hells Angels vorzeitig von einem Klubverbot erfahren konnten. Es besteht der Verdacht, dass ein Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden einen Hinweis nach draußen gab. Am vergangenen Freitag beschäftigte sich der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses mit dem Thema in einer Sondersitzung. Die amtierende Berliner Polizeipräsidentin Margarete Koppers sagte dort, es sei weiter offen, ob die "sensiblen Informationen von einer oder mehreren Personen geflossen sind, und wer davon zuerst Kenntnis erhielt - ,Spiegel Online' oder die betroffenen Motorradklubs".

( (dpa) )