Geisterbahn zu gruselig - Vater erstattet Anzeige

Neustadt/Aisch. Das war wohl zu viel des gruseligen Spektakels: Wegen "Gewaltverherrlichung" hat ein Familienvater aus Neustadt/Aisch den Betreiber einer Geisterbahn angezeigt. Die blutrünstigen Gestalten, die an der Front des Fahrgeschäfts für das Spektakel werben, seien für Kindergemüter zu gruselig, argumentierte der 46-Jährige im Polizeirevier. Das Fahrgeschäft verstoße damit gegen das Jugendschutzgesetz. Der Mann hatte mit seiner Ehefrau und dem dreijährigen Sohn die Kirchweih in Neustadt/Aisch besucht. Dabei hatte der Sohn auch mehrmals das neben der Geisterbahn aufgebaute Kinderkarussell benutzt. Die schaurigen Figuren auf der Fassade des Gruselkabinetts hätten bei seinem Sohn einen so intensiven Eindruck hinterlassen, dass er sich nach Angaben des Vaters noch am Abend vor dem Zubettgehen gefürchtet habe, heißt es in der Anzeige.

Die Beamten hielten die Anzeige zunächst für einen Scherz. Sie vermuteten, der Mann sei angetrunken, und ließen ihn erst einmal in den Alkomaten pusten, obwohl der Mann - wie sich zeigte - stocknüchtern war. Inspektionsleiter Siegfried Archut riet dem Vater trotzdem von einer Anzeige ab. "Aus unserer Sicht ist kein Tatbestand gegeben. Ich habe mir das Schaugeschäft persönlich angesehen. Es ist ein ganz normales Geisterhaus - weder besonders erschreckend noch auffällig blutrünstig." Da der Familienvater trotzdem auf seiner Anzeige beharrte, sei der Vorgang schließlich an Staatsanwaltschaft und Jugendamt weitergeleitet worden.

( (dpa) )