Zwei Vampir-Gräber in Bulgarien entdeckt

Die vor 700 Jahren bestatteten Männer seien mit einem Eisenstab in Bauch und Brust gepfählt worden, um ihre Auferstehung als Untote zu verhindern, meldete die Online-Zeitung "Sofia Morning News"

Sofia. Bulgarische Archäologen haben in Sozopol die Gräber von zwei mutmaßlichen Vampiren entdeckt. Die vor 700 Jahren bestatteten Männer seien mit einem Eisenstab in Bauch und Brust gepfählt worden, um ihre Auferstehung als Untote zu verhindern, meldete die Online-Zeitung "Sofia Morning News“ (Dienstag). Die Skelettfunde nahe der Apsis der mittelalterlichen Nikolaus-Kirche deuteten darauf hin, dass es sich um Adlige handelte.

Der Direktor des Nationalmuseums für Geschichte in Sofia, Bozhidar Dimitrov, sprach laut einer bulgarischen Nachrichtenagentur von einer verbreiten Praxis. Landesweit seien rund 100 ähnliche Begräbnisse bekannt. In einigen bulgarischen Dörfern sei die Pfählung von Toten noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorgekommen. In der Küstenstadt Sozopol am Schwarzen Meer handelte es sich laut Wissenschaftlern um den ersten derartigen Fund.

"Die Gepfählten wurden zu Lebzeiten für böse gehalten“, erläuterte Dimitrov. "Man glaubte, dass sie nach dem Tod zu Vampiren werden und Menschen weiter quälen könnten.“ Deshalb habe man sie bei der Bestattung mit massiven Eisenstäben am Boden verankert. Dimitrov zufolge waren die Betreffenden meist Aristokraten oder Kleriker. "Das Interessante ist, dass keine Frauen dabei sind. Es gab keine Angst vor Hexen“, sagte der Historiker. (KNA)

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